Tagesseminar: Die Davoser Begegnung von Ernst Cassierer und Martin Heidegger

Tagesseminar: Samstag 7. März 2020, 9.30 – 15.30 Uhr

Die Davoser Begegnung von Ernst Cassirer und Martin Heidegger:

 

Lektüre-Seminar

Leitung: Prof. Dr. phil. Helmut Holzhey

 

Weder Ernst Cassirer (1874-1945) noch Martin Heidegger (1889-1976) zielen in ihrem Werk primär auf eine philosophische Anthropologie ab. Aber beim Davoser Gespräch von 1929 steht im Zentrum, was der Mensch seinem Wesen nach ist. Cassirer bestreitet Heideggers phänomenologische Daseinsanalytik nicht, kann sie aber nur als „Ausgangspunkt“ gelten lassen: jedoch nicht wie dieser als Ausgangspunkt für das Denken des Seins, sondern als einen Ausgangspunkt, von dem her erst mittels einer Philosophie der symbolischen Formen „das Spezifische des Menschseins“ zu eruieren ist.

Das Streitgespräch kreist um zentrale Themen der Philosophie. Im Seminar wollen wir uns anhand der Lektüre einschlägiger Aufzeichungen folgenden Themen widmen:

 

  1. Wie gelangt ein endliches Wesen überhaupt zu Erkenntnissen mit (absolutem) Wahrheitsanspruch? Zur Behandlung dieser Frage gehört die Klärung der „Transzendenz“ des endlichen Wesens Mensch. Für Cassirer geht das Dasein über seine Endlichkeit hinaus, für Heidegger in sie hinein.
  2. Was ist Sprache? Cassirer spricht sich für die Objektivität dieser symbolischen Form aus, durch die Daein mit anderem Dasein verknüpft ist, erkennt aber zugleich an, dass der Form „ein Impuls auf die Wirklichkeit hin und ein Impuls von ihr fort“ innewohnt (wie es Heidegger für das „Gerede“ namhaft macht).
  3. Lässt sich Freiheit begreifen? Für Heidegger ist Freiheit „kein Gegenstand des theoretischen Erfassens“, sondern Sache der Befreiung im Philosophieren. Es stehen sich gegenüber: frei zu werden für die Gestaltung des Daseins mittels der symbolischen Formen (Cassirer) – in seltenen Augenblicken frei zu werden für die Endlichkeit des Daseins (Heidegger).
  4. Diese Differenz tritt pointiert zutage im Verhältnis zur Angst. Cassirer hält dafür, dass Philosophie den Menschen „in gewissem Sinne radikal von der Angst als blosser Befindlichkeit“ befreit; für Heidegger ist Angst unüberwindlich, in ihr bekundet sich die Geworfenheit in den Tod.

 

Die einschlägigen Texte werden den Teilnehmenden nach der Anmeldung per Email zugesandt.

 

Anmeldung:     bei Doris Lier: doris.lier@bluewin.ch

Kosten:            (inkl. Getränke und Pausenverpflegung):

Mitglieder GAD und Entresol Fr 100.- / Nichtmitglieder Fr 140.-

Ort:                Restaurant Weisser Wind, Weggenstube, Oberdorfstr. 20, 8001 Zürich

 

Zurück